Auf nach Alaska!

Mit der Honda Varadero von Nicaragua nach Alaska und zur√ľck

Jasper und Banff National Park

Edmonton, 5.7.2017, Kilometerstand 50933, Start um 9:00 Uhr, 16¬ļ Celsius und sonnig.

Es heisst Abschied nehmen von Edmonton, es hat mir dort gut gefallen. Vor allem Old Strathcona. Viele nette Leute und gute Gespräche. Ich will heute durch die beiden, neben einander liegenden, Naturparks Jasper und Banff fahren. Ich gehe davon aus, dass ich in den Parks keine Unterkunft mehr bekommen kann, auch nicht auf den Campingplätzen. Es ist Hochsaison, Kanada hat den 1. Juli als Feiertag und die, nicht weit entfernte, USA den 4. Juli, alles ausgebucht. Also will ich die Parks durchfahren und danach ausserhalb eine Übernachtungsmöglichkeit suchen.

Aber zun√§chst heisst es Kilometer schruppen, rund 300, von Edmonton nach Hinton, kurz vor die Einfahrt in den Jasper Park. Es geht geradeaus und flach √ľber einen vierspurigen Highway. Immerhin f√ľhren die letzten rund 100 Kilometer nach Hinton durch sch√∂ne W√§lder und Wiesen. Ein junger Typ mit einer Ducati Corse h√§ngt sich in meinen Windschatten und gemeinsam durchbrechen wir dauerhaft die Geschwindigkeitsbegrenzung.

In Hinton machen wir Pause in einem kanadischen Tim Hortons Fast Food Restaurant. Ich war da vorher noch nie drin und werde auch nicht mehr reingehen. Es ist relativ g√ľnstig, aber geschmacklich ziemlich, naja, einfach schlecht.

Dann betrete, oder besser befahre, ich den Jasper National Park. Toll! Eine Landschaft wie aus dem Bilderbuch. Es ist so perfekt, dass ich mir vorkomme, als f√ľhre ich durch eine k√ľnstliche M√§rklin-Eisenbahn-Kulisse. Das Wetter spielt auch mit, die Sonne scheint und es ist weder zu kalt noch zu warm. Einer der besten Motorradtage! Leider ist auf der Stra√üe viel los, Hochsaison. Zweimal kommt es zu langen Staus, jedesmal weil ein Schwarzb√§r entfernt im Unterholz herummacht. Man kann sie kaum sehen, aber duzende Autofahrer schleichen mit der Kamera am Waldrand herum. Ihre Autos stehen nat√ľrlich mitten auf der Stra√üe, wo sonst. Auf dem Alaska Highway kommt man definitiv n√§her an B√§ren heran.

Nat√ľrlich habe ich auf der Fahrt wieder ausgiebig gefilmt, aber leider habe ich keine Zeit die inzwischen angesammelten Videos auszuwerten und zu schneiden. Wird nachgeliefert, versprochen!

Der Jasper National Park geht irgendwann in den Banff National Park √ľber. Eintritt kostet es auch hier nicht, im Jahr des 150 j√§hrigen Jubil√§ums Kanadas ist der Zutritt zu allen National Parks gratis!

Die Berge links und rechts der Stra√üe werden h√∂her, man sieht viele Gletscher. Im Banff fanden 1988 die Olympischen ¬†Winterpiele (von Calgary) statt. Ich treffe auf den Kanada 1 Highway, den ich aus dem Park heraus nehmen muss, aber ich fahre zun√§chst weiter nach S√ľden, zum Lake Louise. In dem kleinen Ort gibt es die einzige Tankstelle weit und breit. Eine Gruppe Harley Fahrer steht an und ich wundere mich, wie die es immer schaffen, dass ihre Motorr√§der so sauber in der Sonne gl√§nzen. Ich schaue meine Dicke an und sehe eine Million tote Insekten, Dreck und Schmier. Wie machen die das?

Drei Kilometer den Berg hinauf f√ľhrt dann eine Stra√üe zum Lake Louise. Der See ist nicht sehr gro√ü, liegt aber malerisch zwischen den Bergen. Ein riesiges Hotel steht daneben und ich dr√§ngele mich durch die Touristenmassen ans Seeufer, um ein paar unverstellte Fotos zu machen. Ich lasse die rund 600 Japaner und Chinesen am Ufer zur√ľck und fahre wieder bergab ins Touristendorf.

Auf der Suche nach Aufklebern f√ľr die Koffer treffe ich auf ein P√§rchen aus Italien, die mit einer Ducati unterwegs sind. Sie machen Dokumentarfilme √ľber touristisch interessante Orte f√ľr Ducati. Klasse Job, sowas w√ľrde ich hauptberuflich auch gerne machen! Sie sprechen gut Spanisch und kennen auch Zentralamerika und Nicaragua. Wir unterhalten uns eine Weile bei einem Kaffee, sie waren auch zur 150 Jahr Feier in Edmonton, dann ziehen wir wieder unserer Wege.

Wie erwartet steht an allen Hotels, Motels und Campingpl√§tzen das Schild „No Vacancy“. Ich fahre auf der kanadischen 1 aus dem Park heraus, in das St√§dtchen Golden. Hier gibt es mehrere Motels und auch Campingpl√§tze. Ich habe keine Lust auf Zelten, bin heute √ľber 700 Kilometer gefahren und will nur noch Ruhe. In einem Motel halte ich an und gehe zur Rezeption. Ein P√§rchen checkt gerade ein und als ich h√∂re, dass sie √ľber 100 Dollar f√ľr ihr Zimmer zahlen, mache ich auf dem Absatz kehrt und will weiter fahren. Ein Typ vom Motel l√§uft mir auf den Parkplatz nach und sagt „wait, where are you going?“ Ich sage „Sorry, I won’t pay 100 bucks for a room“ Er sagt „we have a special offer for motorcyclists“ Ich bekomme ein Zimmer f√ľr 50 Dollar. Da in der Gegend auch Campingpl√§tze locker 30 – 40 Dollar f√ľr die √úbernachtung fordern, nehme ich das Angebot an.

Ich packe ab und gehe √ľber die Stra√üe in ein Ritchie’s Restaurant. Heute gibt es Ribs im Angebot und ich schlage zu. Am Nebentisch sitzen vier √§ltere P√§rchen aus Sachsen die sich schwer tun ihre Bestellung auf englisch zu formulieren. Der Kellner hat aber Geduld und irgendwann bekommen sie auch was. Wahrscheinlich nicht genau das was sie eigentlich wollten.

1 Kommentar

  1. Hi Bjorn!
    Tolle Bilder und super Berichte – danke daf√ľr! Macht Spa√ü beim lesen, besonders weil wir am Sa nach Vancouver fliegen und nat√ľrlich auch Jasper und Banff (M√§rklin-Eisenbahn-Kulisse :-)) besuchen… USA werden wir diesmal bewu√üt nicht besuchen, aber Deine Eindr√ľcke von Kanada lassen uns sehr auf unsere 2 1/2 Wochen freuen…
    Weitehin gute Reise und ganz liebe Gr√ľ√üe
    Sabine

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